Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: IFUM
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: IFUM
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Prof. Dr.-Ing. Eckart Doege

Professor Doege wurde am 18. Februar 1936 in Bad Polzin als Sohn eines Landwirtes geboren. Nach seinem Abitur studierte er Allgemeinen Maschinenbau an der Technischen Hochschule Stuttgart. Im Anschluss an seine Promotion auf dem Gebiet der Blechumformung als Schüler Siebels und Panknins am Max-Planck-Institut für Metallforschung sammelte er wertvolle internationale Erfahrung während seiner Forschungstätigkeit am Manchester College of Science. Aufbauend auf seine wissenschaftliche Ausbildung schloss sich eine sehr erfolgreiche industrielle Karriere an, in welcher er zuletzt Prokurist der früheren L. Schuler GmbH war.

 

Prof. Dr.-Ing. Eckart Doege

Im Jahre 1970 begann Professor Doege seine universitäre Laufbahn im Rahmen eines Lehrauftrages an der Universität Karlsruhe. Am 1. April 1974 übernahm er die Leitung des Instituts für Umformtechnik und Umformmaschinen und den damit verbundenen Lehrstuhl an der Universität Hannover und reihte sich in die Folge namhafter Professoren wie Otto Kienzle und Hans Bühler ein. Fortan gehörten neben seiner 30 Jahre währenden Forschungs- und Lehrtätigkeit die Position des Leiters der angeschlossenen Amtlichen Materialprüfanstalt (MPA) sowie der Vorsitz des Forschungsinstitutes für Fertigungsfragen e.V. (HFF) zu seinem Verantwortungsbereich. Seit 1988 war er zudem als einer der geschäftsführenden Gesellschafter des IPH – Institut für integrierte Produktion Hannover (ehemals CIM-Fabrik) erfolgreich bis zu seinem Tode tätig.

Als ambitionierter Lehrbeauftragter und Verfechter der Humboldtschen Lehre sowie als Doktorvater von mehr als 160 promovierten Wissenschaftlern bildete er mit großem persönlichem Einsatz kompetenten Nachwuchs für die deutsche Industrie- und Forschungslandschaft aus.

Neben den klassischen Forschungsfeldern der Blech- und Warmmassivumformung und seinem aus seiner industriellen Tätigkeit begründeten besonderem Interesse im Bereich der Umformmaschinen erkannte er frühzeitig den Nutzen virtueller Technologien. So entstand am IFUM unter der Führung von Professor Doege eine Kernkompetenz in den Bereichen „Numerische Methoden“ und „CA-Techniken“. Die ständige Erweiterung der vielseitigen technischen Ausstattung des Institutes ermöglichte den Abgleich simulativ gewonnener Ergebnisse mit dem Realprozess. In diesem Zusammenhang prägte Professor Doege maßgeblich den Begriff der „Numerischen Identifikation“. Dabei war stets seine Maxime: „Wir forschen nicht in Nischen sondern dort, wo Brot und Butter verdient werden“. So trug er beispielsweise mit seinen industrienahen Arbeiten zum Präzisionsschmieden dazu bei, die Wertschöpfung umformtechnischer Prozesse weiter zu erhöhen. Aus seiner Forschungstätigkeit heraus entstanden mehr als 500 wissenschaftliche Arbeiten in nationalen und internationalen Fachzeitschriften.

Ausdruck seines hohen menschlichen und wissenschaftlichen Stellenwertes ist seine langjährige aktive Mitarbeit in den renommiertesten Gremien und Vereinigungen der Produktionstechnik wie der Internationalen Forschungsgemeinschaft für Mechanische Produktionstechnik (CIRP), der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) und der Arbeitsgemeinschaft Umformtechnik (AGU). Professor Doege war als Gutachter der DFG, AIF, des BMBF und der EU tätig. Seit 1981 trug er zudem als 2. Vorsitzender der Europäischen Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung (EFB) entscheidend zu deren großem Erfolg bei.

Professor Doege verstarb im Alter von 68 Jahren am 8. April 2004.