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Erzeugung von Bereichen mit reduzierter Festigkeit an formgehärteten Bauteilen mittels einer Temperierungsstation

Erzeugung von Bereichen mit reduzierter Festigkeit an formgehärteten Bauteilen mittels einer Temperierungsstation

E-Mail:  blechumformung@ifum.uni-hannover.de
Jahr:  2018
Förderung:  TFP
Laufzeit:  2 Jahre

Beschreibung: Das wesentliche Forschungsziel ist die gezielte Einstellung von lokal variierenden mechanischen Eigen­schaften an formgehärteten Bauteilen mittels einer dem Ofenprozess nachgeschalteten Temperierungs­station. Mittels dieser werden Teilbereiche der Platine gezielt heruntergekühlt werden, sodass diffusionsgesteuerte Prozesse bei der Gefügeevolution einsetzen und sich nach der gleichförmigen Abkühlung im Formhärte­prozess lokal bainitische Bereiche mit verringerter Festigkeit ausbilden. Nach der Übergabe der vollständig in einem Ofenprozess austenitisierten Platine in die Temperierungs­station werden die Bereiche, die eine reduzierte Festigkeit aufweisen sollen, mittels Spraykühlung auf ein Temperaturniveau unterhalb Ac1 abgekühlt, sodass anschließend Diffusionsvorgänge zur bevorzugten Bildung von bainitischen anstelle von martensitischen Gefüge ablaufen. Zeitgleich werden in der Temperierungs­station die Bereiche, die später eine hohe Festigkeit aufweisen sollen, mittels beheizter Kontaktplatten auf einer Temperatur oberhalb der Ac3-Temperatur gehalten, sodass eine spätere Festigkeitssteigerung im gekühlten Umformwerkzeug durch die martenitische Um­wandlung realisiert werden kann. Darüber hinaus soll die praxis­taugliche Einsatzfähigkeit dieser Temperierungsstation für die lokale Aufrechterhaltung des austenitisierten Zustands der Platinen nachgewiesen werden. Formgehärtete Bauteile, die Bereiche mit reduzierter Festigkeit aufweisen, können die Fügbarkeit ver­bessern und den anschließenden Beschnittprozess erleichtern. Zur Herstellung dieser formgehärteten Bau­teile wird die Temperierungseinheit als Zwischenstufe nach der Platinenerwärmung im Ofenprozess und vor der Warmumformung in den Herstellungsprozess integriert.