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Neues Spin-off aus dem PZH startet mit hoher EXIST-Förderung (Presseinfo vom 2. Oktober 2019)

Neues Spin-off aus dem PZH startet mit hoher EXIST-Förderung (Presseinfo vom 2. Oktober 2019)

Wissenschaftler vom Institut für Mikroproduktionstechnik bekommen gut 725.000 Euro, um mit ihrer „Magnetischen Informations-Plattform“ ihr eigenes Unternehmen zu starten.    

Aktuell geht es den drei Gründern um Werkzeugaufnahmen: Größere Aufnahmen, die Fräser oder Bohrer halten, sind üblicherweise per RFID-Chips gekennzeichnet und identifizierbar.Diese Chips sind in Aussparungen im Schaft eingebettet. Kleinere Werkzeugaufnahmen sind für diese Lösung aber schlicht zu klein, die Aussparung würde Stabilität und Rundlaufpräzision ruinieren.

Mathias Rechel, Piriya Taptimthong und Lev Savkun haben mit ihrer Identifizierungsalternative für kleine Werkzeugaufnahmen die EXIST-Jury überzeugt. Seit dem 1. Oktober können die drei wissenschaftlichen Mitarbeiter für die nächsten 18 Monate – vorbehaltlich einer Zwischenevaluation nach neun Monaten – mit Hilfe der Fördermittel weiterhin in ihrem Büro und in den Labors des Instituts für Mikroproduktionstechnik ihren Prototypen zur Marktreife entwickeln. Ein weiterer Mitarbeiter im Bereich Programmierung wird noch zur Unterstützung gesucht. Das Programm „EXIST – Existenzgründungen aus der Wissenschaft“ ist ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Warum brauchen Werkzeugaufnahmen eine Identifizierung? Mathias Rechel nennt einige Gründe; es geht vor allem um Verschleiß und Zuordnung der aufgenommenen Werkzeuge: „Die Aufnahmen werden ja im Betrieb ständig mit neuen Werkzeugen bestückt – über die Zuordnung zur Aufnahme sind damit auch die jeweiligen Werkzeuge identifizierbar. Und: Wenn ständig Aufnahmen in die Maschinen ein- und ausgebaut werden, geht irgendwann der Überblick verloren, wie oft und lange diese Aufnahme bereits im Einsatz war und möglicherweise ersetzt werden müsste.“ Das Team arbeitet mit der Firma Diebold zusammen, entwickelt seine Lösungen also nah am praktischen Bedarf.

Diese Lösung sieht auf den ersten Blick einfach aus: Ein Magnetband, wie es auch auf Kreditkarten klebt, wird in etwa halber Breite in einer Furche bündig um die Aufnahme gelegt. Ein „MIP-System“ besteht aus diesem Streifen als Speichermedium, aus einem Schreibkopf und einem Lesekopf. Die Wechselwirkung zwischen der Magnetisierung des Mediums und dem Schreibfeld des Schreibkopfes bildet die Grundlage für die sichere Datenspeicherung. Die magnetischen Schreibköpfe müssen für diese Anwendung, für die Zuverlässigkeit auf rauen Oberflächen, entsprechend weiterentwickelt werden.

Rechel nennt die „markantesten Wettbewerbsvorteile“ der MIP: hohe Fälschungssicherheit der geschriebenen Informationen, geringe Kosten und Schichtdicken des Speichermediums und die Wiederbeschreibbarkeit des Mediums. „Außerdem können wegen der spezifischen Bitgeometrie originale Informationen lediglich mit einem originalen Schreibkopf, der kundenspezifische Bitgeometrien erzeugt, geschrieben werden.“

Eine besondere Herausforderung ist die induktive Erwärmung der Werkzeugaufnahme zum Lösen der Werkzeuge. Aber Rechel und Taptimthong geben Entwarnung: die Informationen auf der MIP werden dadurch nicht beeinflusst. In den nächsten Monaten gilt es nun, weitere Marktsegmente zu identifizieren, die von dieser Technologie ganz konkret profitieren.

Unternehmen, die an Anwendungen der „Magnetischen Informations-Plattform“ interessiert sind, sind deshalb herzlich eingeladen, sich zu melden. Mehr Infos unter: www.mip-magtech.de

Hinweis an die Redaktion: Für weitere Informationen steht Ihnen Mathias Rechel unter Telefon 0511 762 18024 oder per E-Mail unter rechel@impt.uni-hannover.de gerne zur Verfügung.