Als Alternative zur ca. 10 Minuten dauernden Erwärmung in etablierten gasbetriebenen Rollenherdöfen wird am IFUM intensiv an der Methode der konduktiven Erwärmung geforscht. Sie bietet nicht nur ein erhebliches Energieeinsparpotenzial, sondern ermöglicht auch eine Schnellerwärmung auf eine Zieltemperatur von rund 950 °C innerhalb weniger Sekunden und bietet dadurch das Potenzial zur Verbesserung essenzieller Bauteileigenschaften wie Festigkeit sowie Bruchdehnung. Eine Herausforderung liegt darin, dass etablierte Beschichtungen zur Vermeidung von Zunderbildung nicht für eine solche Schnellerwärmung geeignet sind. Um die Zunderbildung während der Erwärmung zu unterbinden, wurde in Teilprojekt A04 des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1368 für sauerstofffreie Produktion erfolgreich eine Anlage zur konduktiven Erwärmung unter XHV-adäquater Atmosphäre entwickelt.
Darauf aufbauend entsteht im Teilprojekt T02 des SFB 1368 eine automatisierte Prozesskette, die den Werkstücktransfer von der Erwärmungsanlage in das Warmformwerkzeug mithilfe eines Industrieroboters umfasst. Ziel ist es, eine möglichst kurze Transferzeit zu realisieren, Zunderbildung zu minimieren und zugleich konstante Prozessbedingungen sicherzustellen. Dies ist nicht nur für die Untersuchung der Einflüsse verschiedener Prozessparameter auf die finalen Bauteileigenschaften entscheidend, sondern ermöglicht ebenfalls die Integration der konduktiven Erwärmung in industrielle Serienprozesse. Hierfür wird ein spezieller Greifer entwickelt, der prozessbedingten Anforderungen wie Temperaturfestigkeit, Präzision und Zugänglichkeit gerecht wird.